Die erste Woche- Julia
Ohne Reniis Enthusiasmus zurueckschrauben zu wollen- ist mein Fazit der ersten Tage eher ein *na ja*
Gut, sie hatte eine Woche Vorsprung und ist auch nicht ganz so USA unerfahren wie ich, aber… ich tu mich mit der ganzen Mentalitaet doch sehr schwer.
Klar sind hier alle freundlich, nur wenn man bis halb zehn morgens schon 20. Mal gefragt wird “Hey honey, how are you doing?” geht mir das echt auf die Nerven.
Auch wenn man Leute fragt, wo sich Raum xy befindet, wird mir erst zehn Minuten erklaert, dass Honey (ich) sich keine Sorgen zu machen brauche und sie mir natuerlich (!) helfen koennen. Nach dem ganzen Hoefflichkeiten-Austausch stellt sich dann raus, dass sie ueberhaupt keine Ahnung haben.
Am Wochenende sind wir zu unserer ersten Party gegangen, die wohl auch unsere letzte sein wird. Hauptbeschaeftigung waren Trinkspielchen von Studenten die sich wie Abenteurer gefuehlt haben, weil sie so etwas -verbotenes -machen *kicherkicher*
Da wir kein Auto haben gibt es fuer uns ausser Uni und Mensa nicht viel zu tun. Eigentlich gar nichts. Roxie, eine unserer beiden Mitbewohnerinnen (laut Papier zumindest, denn die Vierte haben wir bisher einmal getroffen- in der Mensa zwischen den Pizzen) gibt sich allergroesste Muehe uns in ihr Freizeitprogramm einzubinden. Das spielt sich zwischen WalMart und Bibelkreis ab, sodass nicht alle meine Defizite gedeckt werden…
Seit ich Renii einen Besen (immerhin $1) geschenkt habe, damit sie vor der “Haustuer” kehren kann, wohnen wir sehr harmonisch in einem sehr kleinen Zimmer zusammen. Ich stosse mir zwar morgens und abends den Kopf an, da sich mein Stockbett fast unter der Decke befindet, dafuer kann ich aber aufrecht an meinem Minischreibtisch darunter sitzen. Man muss halt Abstriche machen.

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